Projekt „Starke Eltern – Starke Kinder®“

 

Infos für an einer Schulung zur Elternkursleitung Interessierte

 

Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr.

 

Þ            Kinder brauchen Eltern, die sie als eigenständige Persönlichkeit respektieren.

 

Þ            Kinder brauchen Eltern, die Grenzen setzen und konsequent sind im Erziehungsalltag.

 

Þ            Kinder brauchen Eltern, die auf jahrhundertealte Erziehungsmittel wie Klapse, Schläge, Misshandlungen, auf Brüllen, Beleidigen, Erniedrigen verzichten.

 

Þ            Eltern brauchen Begleitung bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe, Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, sie stark zu machen für ein selbstbewusstes Leben.

 

Þ            Eltern brauchen Bestätigung und Ermutigung für ein souveränes pädagogisches Handeln, statt Kritik und Bevormundung.

 

Þ            Eltern brauchen Hilfe, bevor das „Kind in den Brunnen gefallen ist“.

 

Nur Eltern, die sich verstanden und angenommen fühlen, sind bereit an der Überwindung von Fehlern zu arbeiten, sich Niederlagen einzugestehen.

 

Seit November 2000 ist eine alte Forderung des Deutschen Kinderschutzbundes Wirklichkeit:

 

Kinder haben das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Erziehungsmaßnahmen sind unzulässig,“

- heißt nun § 1631 Abs.2 BGB

 

Erweitert wurden entsprechend die Aufgaben der Familienbildung nach § 16 KJHG.

 

Jetzt gilt es verstärkt Eltern auch Wege aufzuzeigen, wie Konfliktsituationen im Familienalltag gewaltfrei gelöst werden können.

 Aus den Erfahrungen derjenigen Länder, die bereits Klapse und Ohrfeigen gesetzlich geächtet haben, haben wir gelernt, dass es nicht nur eine Gesetzesänderung braucht, sondern viel Information und Unterstützung für Eltern, damit sie ihre Einstellung und ihr Verhalten ändern können.

 

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) in NRW bietet seit Jahren über die Ortsverbände Elternkurse zur Gewaltprävention an. Es werden aber auch immer mehr andere Organisationen in NRW, bei denen die Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder®“ besucht werden können.

 

An 12 Kursabenden à 2 Stunden unter Begleitung speziell ausgebildeter Kursleitungen wird das Modell der „anleitenden Erziehung“ vermittelt, wobei Inhalte in einer Kombination aus Theorie und Selbsterfahrung weitergegeben und mit den konkreten alltäglichen Erlebnissen der Teilnehmenden verknüpft werden.

 

„Anleitende Erziehung“ bedeutet nicht Wege zu suchen, damit das Kind „besser funktioniert“. Ziel ist es, Umgangsweisen miteinander zu finden, die für Kind und Eltern weniger Stress bedeuten und das Selbstvertrauen der Erziehenden stärken. So stehen z.B. folgende Fragen auf dem Programm:

 

Þ                 Wie muss ich sprechen, damit mein Kind mir zuhört?

Þ                 Wie muss ich zuhören, damit mein Kind mit mir spricht?

Þ                 Wie lassen sich Bedürfnisse von Eltern und Kind unter einen Hut bringen?

Þ                 Welche Erwartungen hat man an sich als Mutter oder Vater, als Erziehende?

Þ                 Welche Erwartungen habe ich an die Kinder/das Kind?

 

Jeder der Abende steht unter einem anderen einprägsamen Motto wie z.B.:

·                     Wenn Du es eilig hast, mach einen Umweg!

·                     Achte auf die positiven Seite des Kindes!

 

Die Erfahrungen mit den Elternkursen zeigen, dass sie neue Kenntnisse, Sichtweisen und Anregungen vermitteln können, Entlastung und Sicherheit in der Erziehung bieten und obendrein noch Spaß machen.

Der Elternkurs ist keine Therapiegruppe, vielmehr finden Eltern hier Ermutigung, bei Bedarf Unterstützung durch Beratungsstellen zu suchen.

 

 

Wie werde ich Elternkursleiter/in?

Der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. organisiert Schulungen „Starke Eltern – Starke Kinder®“, in denen felderfahrene Frauen und Männer über 3 Tage in das Modell der anleitenden Erziehung eingeführt, mit den Grundsätzen vertraut gemacht und auf ihre zukünftige Rolle als Elternkursleiter/in vorbereitet werden. Der Wert und die Wirkung des Kurses hängen wesentlich von der Haltung der Kursleitung ab. Sie ist geprägt von Respekt, Vertrauen und Anerkennung.

Voraussetzung ist, bei den positiven Erziehungsleistungen der Eltern anzusetzen und diese zu stärken. Die Vorbildfunktion der Kursleitung wird u.a. darin deutlich, dass sie nicht sofortige Antworten auf alle Probleme parat hat, sondern Hilfestellungen zur Lösung bietet.

 

Ein Zertifikat zum Abschluss der Schulung berechtigt zur Durchführung der Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder®“. In Verbindung mit der Schulung kann das Handbuch „Starke Eltern – Starke Kinder®“ erworben werden, dass sämtliches Material für die praktische Umsetzung des Konzeptes beinhaltet.

 

Aktuelle Schulungsausschreibungen finden Sie hier auf unseren Seiten. Sie können sie jedoch auch in der Landesgeschäftsstelle anfordern.

 

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, In-house-Veranstaltungen vor Ort durchzuführen. Sollten Sie hieran interessiert sein, vermittelt Ihnen der DKSB Landesverband NRW e.V. die Kontakte zu den Multiplikatorentrainer/innen in NRW, die die Schulungen durchführen.

 

Weitere Informationen zum Elternkurskonzept und den Schulungen zur Elternkursleitung können Sie auch dem Beitrag von Paula Honkanen-Schoberth auf dieser Seite entnehmen. Eine anschauliche Darstellung finden Sie darüber hinaus auf den Internetseiten des DKSB Bundesverbandes e.V.. Die Adresse lautet: www.starkeeltern-starkekinder.de.

 

Wissenschaftliche Begleitung

Die Fachhochschule Köln hat die Wirksamkeit der Elternkurse „Starke Eltern – Starke Kinder®“ wissenschaftlich evaluiert. Hierzu wurden Mütter und Väter zu Beginn und zum Ende des Kursbesuches schriftlich und per Interviews befragt.

 

Das Fazit lautet: „Insgesamt kann der „Starke Eltern – Starke Kinder®“ als außerordentlich erfolgreiches Projekt angesehen werden, das möglichst viele Eltern nutzen sollten. Vor allen Dingen im Zusammenhang mit dem § 1631, Abs. 2 BGB („Kinder haben das Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“) dienen die Elternkursprogramme des DKSB als ausgezeichnete primäre Präventionsangebote, die Eltern zu mehr Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern verhelfen. Sichere Eltern, die von sich, wie eine Mutter in einem Erziehungskurs, sagen können: “Ich habe in dem Kurs gemerkt, dass ich eigentlich eine ganz gute Mutter bin“, sind zufriedener mit sich und neigen signifikant weniger zu entwicklungshemmenden und gewalttätigen oder missachtenden Erziehungsmaßnahmen.

Die Veränderung in der Kontrollgruppe haben gezeigt, dass schon kleine Denkanstöße, wie sie durch Fallbeispiele aus dem Fragebogen, eigene Reflexionsprozesse und Veränderungen im Erziehungsverhalten in Gang setzen können.

Beides sollte in pädagogischen Einrichtungen verstärkt angeboten werden: angeleitete Erziehungskurse zur Stärkung der Erziehungskompetenz einerseits und informelle Austauschmöglichkeiten für Eltern untereinander andererseits, damit Kinder in Zukunft weniger seelischen Verletzungen und anderen entwürdigenden Maßnahmen ausgesetzt sind.“

(Aus: Forschungsprojekt: Evaluation von Elternkursen zur Gewaltprävention. Forschungsergebnisse zur „Evaluation von Elternkursen zur Gewaltprävention und Erziehungssicherheit“. Resultate: Eltern auf Erfolgskurs! – Kinder benoten ihre Eltern von Note drei auf zwei plus! Quelle: www.sw.fh-koeln.de/sp/ )