Straßenkinder in Deutschland
Deutscher Kinderschutzbund zeichnet drei Projekte aus
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Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) zeichnete am Dienstag in Berlin Organisationen aus, die sich beispielhaft um die Belange von obdachlosen Kindern und Jugendlichen kümmern. Bei einer bundesweiten Spendenaktion hatte der DKSB zuvor 30.000 Mark gesammelt, die jetzt zu gleichen Teilen an drei Kriseneinrichtungen für Straßenkinder vergeben wurden.
Diese vom Deutschen Kinderschutzbund ausgezeichneten Kriseneinrichtungen für Straßenkinder sind nach den Worten von Friedhelm Güthoff, Sprecher des Arbeitskreises Straßenkinder vom Deutschen Kinderschutzbund und DKSB-Landesgeschäftsführer in Nordrhein-Westfalen, immer noch Mangelware in Deutschland. Die Hilfe für Straßenkinder ist rar. Viele notwendige Angebote scheitern am Geld. Selbst funktionierende Projekte arbeiten in der Regel ohne ausreichende finanzielle Absicherung. Dabei brauchen Kinder und Jugendliche, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben, Unterstützung insbesondere Angebote, die beim Überleben helfen: Es geht um Grundbedürfnisse wie die Möglichkeit zu essen, sich zu waschen, die eigene Kleidung zu reinigen sowie Ruhe und Schutz zu haben. Hier müssen laut Güthoff eindeutig mehr Anlauf- und Kontaktstellen in den Städten geschaffen werden. Dies gilt auch für Notschlafstellen und Sleep-in-Angebote. Wichtig sind zudem Beratung und Information, die Streetworker vor Ort leisten.
Noch immer sind die Straßenkinder ein Randthema innerhalb der Wohlstandsgesellschaft. Bis zu 7.000 Jungen und Mädchen leben in Deutschland auf der Straße. Sie kehren der Familie, dem Heim, den Pflegeeltern, Freunden, der Schule und dem Ausbildungsplatz den Rücken. Als Ausreißer und Trebegänger starten sie ihre Straßenkarrieren und leben in den City- und Bahnhofsszenen. Zentrale Motive für die Flucht aus dem Elternhaus sind Gewalt und Vernachlässigung. Oft sind instabile Familienverhältnisse vorhanden. Zudem ist häufig mindestens ein Elternteil alkoholabhängig. Mit dem Eintritt in die Lebenswelt Straße geht auch der Bruch mit der Schule zumeist direkt nach der 7. oder 8. Klasse einher. Die Kritik des Kinderschutzbundes richtet sich dabei auch an die Schulen. Diese ziehen sich nicht selten auf die Rolle eines Bildungsträgers für Leistungswillige zurück. |
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