++Presseinformationen++Presseinformationen++Presseinformationen++

 

Kinderpornographie im Internet

Liebe Vorstandsmitglieder

in den letzten Tagen haben wir unglaubliche Mengen an Interviews zum Thema „Kinderpornographie im Internet" gegeben. Dabei hat sich natürlich ausgezahlt, daß wir mit den Studenten Decios und Panzien unser Fortbildungsprojekt für die Landeskriminalämter durchgeführt haben.

Dabei haben wir immer vier Handlungsbereiche aufgezeigt:

Aufgrund der vierten Forderung hat sich jetzt das große Magazin für Computer-Technik (ct) an uns gewandt und gefragt, ob wir nicht zu den Initiatoren der Kampagne „Netz gegen Kinderpornographie" gehören wollen. Ct wird in der nächsten Ausgabe eine entsprechende Erklärung bringen und ein Interview mit dem Oberstaatsanwalt Finke aus Hannover das noch einmal stärker als die Erklärung die staatliche Verantwortung betont.

Da ct eigentlich schon Redaktionsschluß hat und eine Abstimmung mit dem Bundesvorstand nicht mehr möglich war, habe ich entschieden. daß wir zu den Initiatoren gehören.

Mit freundlichen Grüßen

Walter Wilken
(Bundesgeschäftsführer)

nach oben


PRESSEERKLÄRUNG

des Deutschen Kinderschutzbundes Bundesverband e.V.

Der Kinderschutzbund fordert:
Sofortprogramm gegen Kinderpornographie im Internet

Die Entwicklungen im Multimediabereich sind von dem Widerspruch zwischen rasantem technischen Fortschritt auf der einen und der Vernachlässigung ethischer und humanitärer Werte auf der anderen Seite gekennzeichnet. Bei der Verbreitung von Kinderpornographie und Angeboten zur Kinderprostitution im Internet wird der Kinderschutz von der Politik schmählich vernachlässigt. Die häufig aufgestellte Schutzbehauptung, daß das Netz aufgrund seiner internationalen Struktur und Anonymität nicht zu kontrollieren sei, ist nur bedingt richtig. Bei richtiger Fahndung ist es auch deutschen Polizeidienststellen immer wieder gelungen, Täter ausfindig und ihnen den Prozeß zu machen. Von einigen Ausnahmen abgesehen, z. B. der Freistaat Bayern, wirft der DKSB den Innenministern der Länder vor, keine ausreichenden Mittel für diese Ermittlungsarbeit zur Verfügung zu stellen.

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes, Walter Wilken: „Nur wenn das Risiko für Täter, die Kinderpornographie Bilder ins Netz einspeisen, steigt, gefaßt zu werden, sinkt das Risiko für Kinder, Opfer sexuellen Mißbrauchs zu werden. Jedem kinderpornographischen Bild im Internet liegt ein schwerer krimineller Übergriff gegenüber einem Kind vor. Die körperliche und psychische Gesundheit und die Würde dieser Kinder wird folgenschwer verletzt."

Der Kinderschutzbund fordert deshalb von Bund, Ländern und Internet-Providern gezielte Sofortprogramme zur Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet.

Die BundesIänder müssen ihre Ermittlungsbehörden beauftragen. anIaßunabhängige Ermittlungen im Internet durchzuführen. Dazu müssen die Ermittlungsbehörden personell und technisch besser ausgestattet werden.

Der Kinderschutzbund fordert vom Bundesgesetzgeber, entsprechend der Vorgebe der Europäischen Kommission den Fahndungsbehörden die Rückverfolgbarkeit von Teilnehmern im Internet unter Wahrung des Datenschutzes zu ermöglichen. Das Multimedia-Gesetz muß entsprechend ergänzt werden.

Die Internet-Provider müssen per Gesetz verpflichtet werden, ihre Logfiles über Zu- und Abgänge ihrer Kunden über einen längeren Zeitraum unter Wahrung des Datenschutzes zu speichern, damit gegebenenfalls Ermittlungsbehörden darauf zugreifen können.

Die internationale Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung muß intensiviert und notwendige Rechtsangleichungen vorgenommen werden.

Von den Online-Diensten und anderen Internet-Providern muß gefordert werden, daß eine Online-Registrierung ohne Überprüfung der wahren Identität der Teilnehmer nicht weiterhin möglich ist Die Zusendung der Internet-Zugangsdaten muß auf dem regulären Postweg erfolgen, um so die Verwendung falscher Namen und Adressen zu unterbinden.

Die Provider selber müssen starker stichprobenartig Inhalte kontrollieren und strafbare Inhalte den Polizeidienststellen melden.

Der Kinderschutzbund informiert Über entsprechende Möglichkeiten unter http://www.dksb.de

nach oben


Presse-Information

Deutscher Kinderschutzbund und Hanse-Merkur Versicherungsgruppe richten „lnformationsstelle Kinderpornographie" im Internet ein

Hamburg, 17. Juli 1998. Angesichts der Berichterstattung zu den Ermittlungen gegen eine niederländische Kinderschänder-Bande, die pornographische Bilder über das Internet verbreitet haben soll, weisen der Deutsche Kinderschutzbund e. V. (DKSB) und die Hanse-Merkur Versicherungsgruppe darauf hin, daß seit Juni 1998 eine gemeinsam eingerichtete „Informationsstelle Kinderpornographie" über die Homepage des DKSB angewählt werden kann. Unter der Adresse „http://www.dksb.de" ist diese bundesweit einmalige Melde- und Dokumentationsstelle von den Internet-Experten Marc Decius und Ralf Panzieri erarbeitet worden.

Seit drei Jahren engagieren sich der Deutsche Kinderschutzbund und die Hanse-Merkur Versicherungsgruppe im Kampf gegen die Kinderpornographie im Internet. Bisher hat das Unternehmen neben Sach- und Personalmitteln dafür 45.000 DM zur Verfügung gestellt. Internet-Schulungen für Ermittlungsbeamte und eine Dokumentation über die Verbreitung von kinderpornographischem Material im Internet Relay Chat konnten somit finanziert werden. Ebenfalls wurden seither drei Veranstaltungen mit dem norwegischen Kinderbeauftragten Trond Waage sowie mit Internet-Experten, Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden durchgeführt. Im Rahmen der jüngsten Tagung Ende Juni 1998 mit Vertretern aus dem Bundeskriminalamt, aus 9 LKAs und anderen Polizeidienststellen wurden u. a. die anlaßunabhängige Ermittlung im Internet, wie sie vom LKA Bayern betrieben wird, für alle Bundesländer gefordert, und die Ergänzung des Multimediagesetzes sowie die Verantwortung der Online-Dienste und Provider eingeklagt.

Anläßlich der Vorstellung der ersten „Informationsstelle Kinderpornographie" (http://www.dksb.de) im Internet am 30. Juni 1998 in Hamburg führten die Internet-Experten Marc Decius und Ralf Panzieri aus: „Mit diesem bundesweit einzigartigen Projekt möchte der DKSB über das Thema aufklären und gleichzeitig Internet-Nutzer auffordern, Anzeige zu erstatten, falls diese zufällig auf kinderpornographisches Bild- und Videomaterial stoßen. Dazu gibt es auf den Web-Seiten des DKSB konkrete Anleitungen, welche Angaben zur Beweissicherung notwendig sind. Zudem wird direkt an die Fachdezernate der Bundesländer verwiesen, damit eine zügige Strafverfolgung gewährleistet ist. Ausdrücklich warnen wir Internet-Nutzer davor, auf eigene Faust nach Kinderpornographie im Netz zu suchen. Diese Ermittlungsarbeit muß aufgrund der geltenden Rechtslage den Fachbeamten der Polizei und Staatsanwaltschaft überlassen werden. Der DKSB lehnt eine allgemeine Zensur des weltweiten Internets ab. Zum Schutze der gequälten Kinder sind aber verstärkte Bemühungen seitens der Ermittlungsbehörden notwendig, um eine effektive Strafverfolgung von Kinderschändern auch im Internet zu ermöglichen".

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes e. V., Walter Wilken, verwies darauf, daß jedem kinderpornographischen Bild im Internet ein schwerer krimineller Übergriff gegenüber einem Kind zugrunde liege. „Bei der Verbreitung von Kinderpornographie und Angeboten zur Kinderprostitution im Internet wird der Kinderschutz von der Politik schmählich vernachlässigt. Nur wenn das Risiko für Täter, die pornographische Bilder ins Netz einspeisen, steigt, gefaßt zu werden, sinkt das Risiko für Kinder, Opfer schnellen Mißbrauchs zu werden. Die körperliche und psychische Gesundheit und Würde dieser Kinder werden folgenschwer verletzt".

Der Vorstandsvorsitzende der Hanse-Merkur Versicherungsgruppe, Dr. Gerd-Winand Imeyer sieht jetzt auch die Politik in der Pflicht „Als Familienversicherer, der sich seit 18 Jahren im Kinderschutz engagiert und seit drei Jahren den Deutschen Kinderschutzbund in seinem Kampf gegen Kinderpornographie im Internet unterstützt, müssen wir heute, kurz nach der Straßburger Nachfolgekonferenz zum Stockholmer Weltkongreß gegen Kindesmißbrauch ein ernüchterndes Fazit ziehen. Kinderpornographie bleibt eine traurige Realität im Internet mit 500 Vertreibern pro Minute allein im „Internet Relay Chat", hunderten von Seiten im „World WideWeb" und mehreren Dutzend auch von deutschen Internet-Anbietern vorgehaltenen „newsgroups", die ausschließlich der Verbreitung von Kinderpornos dienen. Die Politik muß sich der scheußlichen Online-Kriminalität dringend annehmen. Die Seelen der um ihre Kindheit betrogenen Opfer dürfen uns nicht ruhen lassen".

Der Deutsche Kinderschutzbund bietet weiterhin Internet-Schulungen zur Rückverfolgbarkeit von kriminellen Online-Teilnehmern für Landeskriminalämter und Polizeidienststellen an und bittet um Kontaktaufnahme über die Geschäftsstelle des DKSB-Bundesverbandes, Schiffgraben 29, 30159 Hannover, Tel.: 0511-304485-0, Fax: 0511-30485-49.

nach oben


Initiative gegen Kinderpornographie im Internet

Heise Online startet gemeinsam mit dem Forum Informatiker/innen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FüF), dem Deutschen Kinderschutzbund, Spiegel Online und Stern Online die Initiative „Netz gegen Kinderporno". Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Informationsdefizite abzubauen und die Zusammenarbeit zwischen Internet-Teilnehmern und der Polizei zu verbessern. Die Zeitschrift ct unterhält dazu eine Meldestelle, die Hinweise auf kinderpornographische Inhalte in Online-Medien entgegennimmt und sie anonymisiert an die zuständigen Behörden weiterleitet.

In einer gemeinsamen Erklärung, der sich auch der hannoversche Oberstaatsanwalt Klaus Finke angeschlossen hat, stellen die Initiatoren fest, daß das Vertrauensverhältnis von Netzbenutzern zu Polizei und Staatsanwaltschaften empfindlich gestört ist. Wer Kinderpornos aus dem Inernet lädt und damit kurzzeitig in deren Besitz gelangt, mach sich nur strafbar, sofern dies vorsätzlich geschieht. Doch viele Polizeidienststellen erstatten auch gegen Hinweisgeber Anzeige, um zu klären, ob diese das Material vorsätzlich geladen haben. Daher werden viele Funde aus Angst vor Strafverfolgung gar nicht gemeldet. „Der bessere Weg wären behördeneigene Server und eine klare Rechtslage. Solange Zeugen verunsichert sind und vor einer Anzeige zurückschrecken, kann ich eine neutrale Melde- und Vermittlungsstelle, die Hinweise an uns weiterleitet, aber nur befürworten", meinte Oberstaatsanwalt Finke.

„Netz gegen Kinderpornos" will anderen Aktivitäten im Internet keine Konkurrenz machen, sondern durch die Einführung eines Link-Logos einen Knotenpunkt im Netz bilden, der bestehende Aktionen verbindet. Alle Betreiber von Web-Sites sind eingeladen, dieses Logo auf ihre Seiten zu übernehmen.

Die Initiative distanziert sich jedoch von Kampagnen, die eine Art Bürgerwehr im Internet fordern. Private Bespitzelung ist in einem demokratischen Umfeld fehl am Platz und im Fall von Kinderpornographie auch strafbar. Eine „aufmerksame Nachbarschaft", die kriminelle Umtriebe anzeigt, wo sie diese erkennt, sollte jedoch in der virtuellen Welt genau so normal sein, wie in der Realität. Die im World WideWeb eingerichtete Meldestelle soll verhindern, daß Bürger aus Angst oder Bequemlichkeit wegsehen, wenn sie im Internet auf Kinderpornographie stoßen. Unter http://www.heise.de/ct/Netz_gegen_Kinderporno kann man gefahrlos und bequem Meldung erstatten und hat die Gewißheit, daß die Informationen an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden.

„Wir bitten alle Hinweisgeber, auch ihren Namen sowie ihre EMail-Adresse oder Telefonnummer anzugeben", erklärt Axel Kossel von ct. „Diese Daten werden nicht an die Behörden weitergeleitet und sind durch unser Zeugnisverweigerungsrecht geschützt. Sie helfen uns jedoch, bei Rückfragen zu vermitteln." ct hoffe durch die Aktion Aufschluß darüber zu gewinnen, wie hoch der Verbreitungsgrad von Kinderpornographie im Internet tatsächlich ist, und werde diese Erkenntnisse veröffentlichen.

Wir fordern deshalb:

nach oben

zurück zur Übersicht