Bleiberecht für junge Flüchtlinge gefordert

Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW appelliert an Politiker

 

Die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen weist aus Anlass des Weltkindertages 2006, der am 20. September begangen wird, auf die Situation von Flüchtlingskindern in der Bundesrepublik hin. Martina Huxoll vom Deutschen Kinderschutzbund Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V. (Wuppertal) dazu: „Auch bei uns in Nordrhein-Westfalen leben zahlreiche Mädchen und Jungen, die aufgrund von Krieg und Verfolgung aus ihren Heimatländern flüchten mussten. Viele dieser Kinder und Jugendlichen leben hier schon seit vielen Jahren, sind bei uns aufgewachsen, besuchen den Kindergarten oder die Schule und sprechen oft besser deutsch als die Sprache ihrer Eltern und sind sozial integriert.“ Nach Auffassung von Martina Huxoll fehlt einem großen Teil dieser Mädchen und Jungen eine gesicherte Aufenthaltsperspektive, beispielsweise durch die Gewährung von Asyl. „Sie sind nur geduldet, weil sie nicht ohne weiteres in ihre Heimat abgeschoben werden können.“

 

Das sieht auch Georg Bienemann, Geschäftsführer der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V.  (Münster). Er weist darauf hin, dass immer wieder Kinder und Jugendliche erleben müssen, dass Mitschülerinnen und Mitschüler von heute auf morgen in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden ohne Berücksichtigung ihrer derzeitigen Lebenssituation. „Das ist ein Skandal,“ so Bienemann.

 

Nach Auffassung der Aktionsgemeinschaft sind Kinder und Jugendliche mit einem Duldungsstatus weitestgehend rechtlos und schutzlos. Daher fordert die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW aus Anlass des Weltkindertages 2006, dass langjährig hier lebende, geduldete Flüchtlingskinder, deren Situation sich auch durch das Zuwanderungsgesetz in keiner Weise verbessert hat, eine großzügige Bleiberechtsregelung durch die Innenminister erhalten. Damit würde nach Auffassung der Aktionsgemeinschaft  Junge Flüchtlinge in NRW das Kindeswohl ernst genommen.

(Der gesamte Appell „Flüchtlingskinder müssen bleiben dürfen!“ befindet sich im Anhang.)

 

Wuppertal, 15. September 2006

 

 

Rückfragen an den

Deutschen Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V.

Martina Huxoll

Telefon: (0202) 754465