Pressemitteilung

 
 

 

 

 

 


Datum: 12.05.2005

 

 

Ansprechpartner:

 

Friedhelm Güthoff

Geschäftsführer

Deutscher Kinderschutzbund

Landesverband NRW

Tel.: 0202- 75 44 65 oder 75 52 17

info@dksb-nrw.de

 

 

 

Besorgnis über Kindesaussetzung mit Todesfolge

 

In der letzten Zeit häufen sich die Meldungen über Kindesaussetzungen mit Todesfolge.

Der jüngste Fall vom 11.05.2005 in Krefeld gibt dem Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V. Anlass darauf hinzuweisen, dass die Aussetzung eines Kindes zu den schlimmsten Handlungen gehört, zu denen Eltern fähig sind. Gleichwohl warnt der Kinderschutzbund vor einseitiger Verurteilung dieser Mütter. „Da eine „unbefleckte Empfängnis ausgeschlossen wird muss auch nach der Verantwortung des Vaters bzw. des Erzeugers gefragt werden“, so Dieter Greese, 1. Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes Nordrhein-Westfalen e.V.

Der Deutsche Kinderschutzbund weist darauf hin, dass wirtschaftliche und soziale Not, ausweglose Lebens- und Berufsperspektiven, oder auch kulturelle bzw. religiöse Tabus Risikofaktoren sind, die zu Kurzschlusshandlungen in Form von Kindesaussetzungen führen können. Auch die vielfach vorhandenen „Babyklappen“ sind offenbar nicht in der Lage, dies zu verhindern.

„Wir brauchen eine breit angelegte Aufklärungskampagne über bestehende Hilfs- und Unterstützungsangebote für Mütter und Väter. Schon in der Schule muss eine solche Aufklärungsarbeit beginnen.

Der Kinderschutzbund unterstützt Mütter und Väter mit konkreten und praktischen Angeboten. Diskret und anonym hilft er beispielsweise bei der Suche nach Pflege- oder Adoptiveltern, bei der Suche nach Entlastungsmöglichkeiten im Alltag oder auch bei der Klärung einer gemeinsamen Verantwortung von Mutter und ggf. Vater.

 

Der Deutsche Kinderschutzbund unterhält in vielen Städten und Gemeinden Einrichtungen für Eltern und Kindern in besonderen Notlagen (Kinderschutzzentrum, Kindernotaufnahme, Beratungsstelle etc.)

 

Wir appellieren deshalb an alle Mütter und Väter, die in einem Zusammenleben mit ihren Kindern keine Zukunft sehen, sich an den Kinderschutzbund, an das Elterntelefon 0800-1110550 oder auch an das Jugendamt und andere soziale Einrichtungen zu wenden.

 

Wuppertal, 12.05.2005