Kinder arbeiten an DKSB Broschüren mit

Was ist Stress? Die Kinder aus der Klasse 3 a der Kölner Gemeinschaftsgrundschule Irisweg in Porz-Zündorf überlegen erst ein bisschen. Dann fällt ihnen eine Menge dazu ein. „Stress ist für mich, wenn ich noch viel machen muss und nicht mehr viel Zeit habe“, schreibt ein Mädchen und hängt den Zettel an die große Pinnwand. Und die anderen? Für sie bedeutet Stress „… wenn ich zu viele Hausaufgaben auf habe“ oder „… wenn ich Streit habe“.

In einem spielerischen Workshop ging es am Mittwoch (22. Mai) vier Schulstunden lang darum, was Stress macht und welche Tricks es dagegen gibt. Wichtig war auch die Frage, was die Kinder gerne über Stress lesen möchten. Der Hintergrund: Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Landesverband NRW e.V. plant drei Broschüren für Kinder – zu den Themen Stress, Trennung der Eltern und Gewalt in der Familie. Damit sie für die Zielgruppe auch wirklich interessant und verständlich werden, sind Jungen und Mädchen an der Vorbereitung beteiligt und steuern ihre Wünsche und Ideen bei. Anschließend bewerten und verbessern sie die ersten Entwürfe. Der Projektauftakt fand am Mittwoch in Zündorf statt.

Finanziert wird das Projekt durch eine 50.000 Euro-Spende der Sparda-Bank West. „Als Genossenschaftsbank vor Ort sind wir den Bürgern und vor allem den Kindern verpflichtet“, sagte Ralf Görres, Vertriebsleiter der Sparda-Bank in Köln, bei der offiziellen Spendenübergabe in der Grundschule. „Wir verstehen unsere Unterstützung als Investment in die Zukunft unserer Gesellschaft. Daher geben wir gern finanzielle Hilfe.“ Marlis Herterich, Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband NRW e.V., nahm den symbolischen Scheck entgegen. „Wir freuen uns riesig, wenn wir solche Spenden bekommen, weil wir damit so tolle Projekte wie dieses finanzieren können“, so Herterich. Der Hintergrund: Kinder haben das Recht, ihre Meinung zu sagen, wenn es um Dinge geht, die sie selbst betreffen. Dazu gehören nach Auffassung des Deutschen Kinderschutzbundes auch Publikationen.

Die Klasse 3a findet es spannend, von den Erwachsenen nach ihrer Sicht der Dinge befragt zu werden – und Anti-Stress-Übungen kennenzulernen. Als der offizielle Besuch vorbei ist, legen sich die Kinder auf weiche Matten. Die Workshop-Moderatorin Andrea Herrmann (Projektbüro „härmanz – Kinder I Medien I Forschung) verteilt Igelbälle aus Plastik – zum gegenseitigen Massieren. Danach sammelt die Klasse in Kleingruppen Ideen, was ihnen an stressigen Tagen helfen könnte. „Sich im Schwimmbad im Wasser treiben lassen“, schlägt Isabel vor. „Ein paar Termine streichen“, sagt Joel. Mit den Haustieren spielen, mit dem Fahrrad fahren, spielen, kuscheln oder sich die Haare kämmen – das sind weitere Tricks der Kinder, um den Stress zu überlisten.

Und wie müsste eine Broschüre über Stress gestaltet sein? Die Kinder haben jede Menge Ideen. Viele finden ein kleineres Heft gut, im dem man lesen und etwas selber machen kann – entweder in grün oder blau-türkis gehalten. Darin sollten Tipps gegen den Stress stehen – am besten so, dass sich die Kinder direkt angesprochen fühlen. Für den Deutschen Kinderschutzbund Landesverband NRW sind das viele wertvolle Anregungen von den Fachleuten aus der Klasse 3a.

23.05.2013