Bündnis zur Bekämpfung der Kinderarmut

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Jedes vierte Kind in NRW ist arm
Kann ich mit zur Klassenfahrt? Können wir es uns leisten, mal wieder ins Schwimmbad zu gehen? Das sind Fragen, die viele Kinder und Jugendliche beschäftigen: Allein in Nordrhein-Westfalen leben 800.000 unterhalb der Armutsgrenze. Das ist fast jedes vierte Kind. Eine empörende Zahl, findet das „Bündnis zur Bekämpfung der Kinderarmut“. Darin engagieren sich seit 2009 in Nordrhein-Westfalen Arbeiterwohlfahrt (AWO), Deutscher Gewerkschaftsbund (DBG), Kinderschutzbund NRW und der Paritätische gegen die Folgen der Kinderarmut. Das Bündnis forderte Politik und Verwaltung auf, die Betroffenen mit verpflichtender, präventiver Förderung aus dem Teufelskreis der Armut zu holen.

Armut überschattet das ganze Leben
Kinder, die in armen Familien groß werden, sind häufiger übergewichtig und können sich nicht so gut bewegen wie andere. Oft entwickeln sie sich geistig und emotional verzögert. Weil sie nicht ausreichend motiviert und gefördert werden, sind arme Kinder im Schnitt weniger gebildet als andere und erbringen in der Schule schlechtere Leistungen. Besonders zerstörerisch wirkt Armut, wenn sie lange dauert und wenn die Eltern wenig gebildet und arbeitslos sind. „Wir können nicht länger hinnehmen, dass Armut für Kinder neben den materiellen Entbehrungen eine soziale Isolation, ein hohes Krankheitsrisiko und ein Scheitern im Bildungssystem bedeutet“, so das „Bündnis zur Bekämpfung der Kinderarmut“ in einem Appell.

Netzwerke vor Ort stärken
Kommunale Präventionsketten könnten ein Ausweg sein. Dafür macht sich das „Bündnis zur Bekämpfung der Kinderarmut“ stark. Die Idee ist, dass Kinder und Jugendliche von der Geburt bis zum erfolgreichen Berufseinstieg von Menschen außerhalb der Familie begleitet und gefördert werden. Dabei arbeiten öffentliche und freie Träger der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, des Gesundheitswesens und des Bildungssystems in Netzwerken zusammen.