Schutz von Kindern in TV-Produktionen

TV Produktionen

Demütigungen vor der Kamera
Kinder und Jugendliche sind in Doku-Soaps und anderen Reality-Formaten gern gesehene Hauptdarsteller: Stark übergewichtige Teenager schlugen sich zur Belustigung der Zuschauer durch die Wüste („Abenteuer Afrika“, RTL II). Bei „Erwachsen auf Probe“ (RTL) spielten Jugendliche mit geliehenen Säuglingen den stressigen Familienalltag. In der „Super Nanny“ (RTL) beriet die Pädagogin Katharina Saalfrank ganze Familien – und ließ dabei zu, dass die Eltern vor laufender Kamera Gewalt ausübten und die Kinder gedemütigt und zur Schau gestellt wurden.

Zähes Ringen um eine gesetzliche Regelung
Der DKSB Landesverband NRW e.V. hat solche Formate, in denen es um Voyeurismus statt um Hilfe geht, immer heftig kritisiert, wenn Kinder beteiligt waren. Zum Glück sind alle oben genannten Beispiele mittlerweile abgesetzt. Dennoch beobachtet der Landesverband sehr genau, wie sich das Fernseh-Programm – vor allem das der Privatsender – entwickelt und an welcher Stelle Kinderrechte verletzt werden. Gemeinsam mit der Landesanstalt für Medien thematisiert der Landesverband weiterhin die entwürdigende Darstellung von Kindern in den Medien und bringt sie in die öffentliche Diskussion. (Marlis Herterich, die Vorsitzende des Landesverbandes, ist Mitglied in der Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW.) Das Ziel ist eine gesetzliche Regelung, die die Kinderrechte zur Grundlage von Medienproduktionen macht.