Missbrauchs-Netzwerk in NRW: Kinderschutzbund macht sich für gesellschaftliches Umdenken stark

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Sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist ein weit verbreitetes Problem in der Gesellschaft, vor dem niemand die Augen verschließen darf. Darauf weist der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) in Nordrhein-Westfalen angesichts der sich ausweitenden Fälle im aktuell aufgedeckten Missbrauchs-Netzwerk hin.

Der Stand der Dinge
Bislang wurden insgesamt neun Verdächtige in verschiedenen Städten festgenommen. Die Männer sollen Kinder sexuell missbraucht und Fotos und Videos davon über das Internet verbreitet haben. Bislang (Stand 14.11.) ist von 13 Opfern die Rede, die zwischen knapp einem Jahr und elf Jahren alt sind.

„Kinder brauchen grundsätzlich mehr Schutz vor sexueller Gewalt“, betonte Krista Körbes, Geschäftsführerin des DKSB Landesverbandes NRW. „Dazu gehört zum einen, dass die Bevölkerung über Strategien von Täterinnen und Tätern informiert ist und weiß, was sie im Verdachtsfall tun kann“, so Körbes weiter.

Besser über sexuelle Gewalt aufklären
Außerdem sollten auch Fachkräfte besser geschult werden, um sexualisierte Gewalt möglichst früh erkennen und eingreifen zu können – ob in der Kita, der Schule oder dem Sportverein. „Wir wissen, dass Kinder bis zu acht Mal von ihren Erlebnissen erzählen müssen, bis ihnen jemand glaubt und hilft“, sagte Krista Körbes. „Erwachsene müssen viel besser hinhören, sich zuständig fühlen und wissen, wie sie im Zweifel handeln können“, so Körbes weiter. An dieser Stelle hilft nach ihrer Ansicht vor allem gezielte Information, etwa über die Möglichkeit, sich in Verdachtsfällen und bei Unsicherheiten von Kinderschutzfachkräften beraten zu lassen.

Sexuelle Gewalt gegen Kinder sollte nicht länger als großes Tabu gelten, über das man nicht sprechen darf. Gleichzeitig müsste die Prävention deutlich verstärkt werden, betonte DKSB Landesgeschäftsführerin Krista Körbes.

Weitere Informationen finden Sie unter www.kinderschutz-in-nrw.de

14. November 2019