Nach dem Tod eines Kindes in einer Viersener Kita

Der mutmaßliche Mord an einem dreijährigen Mädchen in einer Kita in Viersen löst auch beim Kinderschutzbund in NRW Bestürzung und viele Fragen aus.

Nach den bisherigen Ermittlungen wird eine Erzieherin verdächtigt, das Kind getötet zu haben. Sie soll bereits bei ihrer Arbeit in früheren Einrichtungen auffällig geworden sein. Nach bisherigen Ermittlungen habe es mehrere Übergriffe auf Kinder gegeben, die aber der Polizei nicht gemeldet wurden. Die heute 25-Jährige wurde den Angaben zufolge nach ihrem Anerkennungsjahr als „wenig geeignet“eingestuft, wurde aber dennoch als staatlich geprüfte Erzieherineingestellt.

„Wir fragen uns, warum die verschiedenen Mechanismen, dieKinder vor Gewalt schützen sollen, bei dieser Mitarbeiterin in den verschiedenen Kitas nicht gegriffen haben“, sagt Krista Körbes, Landesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes in NRW. Besondere Vorkommnisse – wie gewalttätige Handlungen von Mitarbeitenden gegenüber Kindern – müssen dem Landesjugendamt gemeldet werden.Eine Anfrage beim zuständigen Landesjugendamt läuftderzeit.

„Es stellt sich die Frage, ob angesichts des andauernden Fachkräftemangels einige Kitas zögern, bei einer Nichteignung zu kündigen, und Verdachtsfälle nicht melden“, so Landesgeschäftsführerin Körbes weiter. Hier wird aus ihrer Sicht ein grundsätzliches Problem deutlich. Gerade für die wichtige Arbeit mit Jungen und Mädchen müssten genug Fachkräfte zur Verfügung stehen, sodass ungeeignetes Personal zeitnah entlassen oder gar nicht erst eingestellt wird. Die Ursachen dafür wie eine zu geringe Bezahlung müssten dringend geändert werden, um solche schrecklichen Einzelfälle zukünftig zu verhindern.

29.95.2020