Aktuelle Arbeitshilfe zu Schutzkonzepten

startNeue Gesetze, neue Studien und die Vorgabe von Schutzkonzepten haben es notwendig gemacht, die Arbeitshilfe zum Thema “Sexualisierte Gewalt durch Mitarbeitende an Kindern und Jugendlichen in Organisationen” zu überarbeiten.

Die Arbeitshilfe liegt in elektronischer Form vor; die Vorlagen können direkt in der pdf-Datei ausgefüllt werden. Als gedrucktes Werk ist die Arbeitshilfe (kostenlos, nur Versandkosten) ebenfalls zu bekommen: bestellung@dksb-nrw.de Herausgeber ist der Landesverband NRW des Kinderschutzbundes.

Die Projektleitung hatte die Diplom-Sozialpädagogin Regine Umbach. Im Interview erklärt sie die Hintergründe des Projekts, das aus Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert wurde (Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Prävention und Nachsorge von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche).

1. Warum wurde es nötig, die Arbeitshilfe zu überarbeiten?

Gerade in den letzten Jahren wurde einiges an gesetzlichen Bestimmungen im Kinderschutz geändert, z. B. das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz, hier in NRW wurde das Landeskinderschutzgesetz eingeführt. Unter anderem sollen nicht nur betriebserlaubnispflichtige Einrichtungen, sondern auch z. B. Einrichtungen der OGS Konzepte zum Schutz für Kinder gegen jegliche Form von Gewalt entwickeln. Und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wurde noch einmal hervorgehoben. Aber auch im Strafrecht hat sich was getan, 2021 z. B. wurde das Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder beschlossen.
Da die Arbeitshilfe viele Beispiele aus der Praxis enthält, mussten auch Hinweise auf Projekte, Links und so weiter überprüft werden und neue, aktuelle Beispiele, die sich bewährt haben, eingefügt werden.

2. Welche Teile sind neu?

Ich würde sagen, vor allem der Aufbau, die Struktur hat sich verändert. Wir haben bewusst den Theorieteil vorangestellt und den Praxisteil nach den Bausteinen eines Schutzkonzeptes aufgebaut. So können Organisationen Schritt für Schritt vorgehen oder auch mit einzelnen Kapiteln arbeiten.

Neu sind natürlich Teile der gesetzlichen Bestimmungen, die aktualisiert oder hinzugefügt wurden, aktuelle Studien und viele, viele Vorlagen für die praktische Arbeit an Schutzkonzepten, wie Checklisten, Tabellen. Vor allem freut mich, dass sie auch digital ausfüllbar sind, das macht die Arbeit damit noch einfacher.

3. Was ist denn für Praktiker*innen besonders wichtig?

Gute Frage. Inhaltlich oder von der Arbeitsweise?

Ich fange mal hinten an. Viele Organisationen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen ohne pädagogische Fachkraft zu sein, z. B. im Sport, in anderen Ehrenämtern und so weiter. Für sie und alle, die ihr Wissen auffrischen wollen, ist der Theorieteil ein guter Einstieg in das Thema. Wer mehr möchte, kann die Literatur- und Linktipps nutzen (die übrigens hinter jedem Kapitel stecken).

Alte Hasen, die praktische Hilfen für die Umsetzung der Schutzkonzeptentwicklung brauchen, können sich in den Bausteinen ihre jeweiligen Themen heraussuchen.
Ansonsten: Kinderrechte und Kinderschutz gehören zusammen und gehen uns alle an. Besonders wichtig? Lasst euch auf die Entwicklung im Team ein, erarbeitet kein Konzept im stillen Kämmerlein. Die Arbeit, die Auseinandersetzung lohnt sich.