Mehr Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen würde den Kinderschutz verbessern

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„Wir brauchen im Kinderschutz die stabile, belastbare Kooperation aller Menschen, die verantwortungsvoll mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Voraussetzung hierfür ist neben verlässlichen Netzwerkstrukturen auch eine gemeinsame Haltung aller Beteiligten, die das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellt.“ Dieses Fazit zog Gaby Flösser, Landesvorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) in Nordrhein-Westfalen, heute auf einer Fachtagung des Verbandes in Wuppertal. Über 150 Vertreterinnen und Vertreter ganz unterschiedlicher Berufsgruppen informierten sich auf der Konferenz über notwendige Verbesserungen der Kooperation im Kinderschutz und tauschten ihre Erfahrungen aus. Dazu gehörten etwa pädagogische Fachkräfte, Ärztinnen und Ärzte, Lehrkräfte und Familienhebammen, aber auch Richter, Verfahrensbeistände und engagierte ehrenamtlich Tätige.

Fachtag_Wolke_kleinWas ist kooperierender Kinderschutz?
Von vor der Geburt bis zur Volljährigkeit: Menschen, die mit Kindern arbeiten, haben immer auch mit dem Schutz dieser Kinder zu tun. Wenn das Wohl eines Mädchens oder eines Jungen gefährdet ist oder sein könnte, sind alle angesprochen, die mit dem jeweiligen Kind zu tun haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie in der Schule, der Kita, dem Gesundheitswesen, der Kinder- und Jugendhilfe, im Sportverein oder in einem ganz anderen Bereich tätig sind. Es ist dringend erforderlich, dass unterschiedliche Berufsgruppen zusammenarbeiten, um wirksamen Kinderschutz zu gewährleisten. Aber diese Kooperation läuft vielerorts noch sehr schleppend.

Fachtag_Ballons_kleinUnterschiedliche Akteure im Kinderschutz müssten landesweit vernetzt werden
„Zwar gibt es in einzelnen Kreisen und Kommunen Leuchtturmprojekte, in denen eine Kooperation zwischen den im Kinderschutz aktiven Arbeitsfeldern, Organisationen und beteiligten Berufsgruppen gut läuft, die Strahlkraft dieser Modelle hat aber noch keine flächendeckende Wirkung“, betont DKSB-Landesvorsitzende Gaby Flösser. Bisher gebe es keinerlei Strukturen dafür, um den kooperierenden Kinderschutz in ganz Nordrhein-Westfalen einheitlich zu etablieren. „Um die vielen landesweiten Akteure im Kinderschutz wirksam zu vernetzen, brauchen wir eine zentrale Koordinierungsstelle, die das Vertrauen aller Beteiligten genießt“, so Flösser weiter. Dies wäre ein Schritt in eine Richtung, die dafür Sorge trägt, dass Kooperationen mit Leben und Inhalten gefüllt werden, indem Erkenntnisse aus der Fachwelt gebündelt und so aufbereitet werden, dass die lokalen Anstrengungen Anregungen und Hilfestellungen erhalten. Davon würden alle Beteiligten profitieren, auch die politisch Verantwortlichen.

Fachtag_Bothe_kleinMinisterium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration förderte die Tagung
Die Fachtagung wurde vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. „Die heutige Tagung hat gezeigt, wie wichtig es ist, wenn Fachkräfte unterschiedlicher Bereiche zusammenkommen und sich gemeinsam für mehr Kinderschutz einsetzen. Um das Kindeswohl zu gewährleisten, brauchen wir in vielen Fällen eine Zusammenarbeit verschiedener Professionen“, sagte Kinder- und Jugendstaatssekretär Andreas Bothe auf der Fachtagung. „Mit der Landesregierung hat der Deutsche Kinderschutzbund NRW einen starken Partner an seiner Seite. Wir wollen auch in Zukunft mit Ihnen daran arbeiten, dass Kinder eine starke Lobby in unserem Land haben.“

10.12.2018