Das Projekt „Förderkorb“ bringt Fähigkeiten und Stärken von Jugendlichen ans Licht

Förderturm„Jedes Kind hat eine Chance verdient!“, sagt Beatrix Ries, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Ortsverband Marl. Sie koordiniert das Projekt „Förderkorb“, mit dem der Kinderschutzbund in Marl seit vielen Jahren Jugendliche aus bildungsfernen und fremdsprachigen Familien unterstützt.

Ausgewählte Honorarkräfte helfen den Jugendlichen einmal in der Woche, den Unterrichtsstoff aus der Schule besser zu verstehen und anzuwenden. Sie sollen ebenfalls lernen, sich besser zu organisieren. Und sie werden angeleitet, Aufgaben zukünftig selbständig zu lösen. Wenn das in kleinen Schritten gelingt, macht das Leben wieder mehr Spaß, und ihr Selbstwertgefühl wird zusätzlich gestärkt. Ihre Motivation wird wieder ans Tageslicht gefördert, was sich auch im Projektnamen „Förderkorb“ widerspiegelt.

SchreibenDas Lernen lernen

„Wir haben es oft mit Jugendlichen zu tun, die von ihren intellektuellen Fähigkeiten und von ihrem Entwicklungsstand her durchaus in der Lage wären, das normale Schul- und Bildungspensum zu schaffen“, erzählt die Projektkoordinatorin Beatrix Ries. „Sie scheitern jedoch aufgrund des Fehlens eigener familiärer Vorbilder oder einer individuellen Begleitung und Ansprache“, so Beatrix Ries weiter. Im Alter der Pubertät könnten viele Jugendliche ihre eigenen Kompetenzen nicht klar einschätzen und müssten, kurz ausgedrückt, „das Lernen lernen“.

Wo und mit wem gelingt die Förderung am besten?

Das Projekt „Förderkorb“ wendet sich an Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen. Der Schwerpunkt liegt auf der Klasse 7 nach der Erprobungsstufe und den Klassen 9 und 10, bei den Hilfen im „Zieleinlauf“ zu einem Schulabschluss. Beatrix Ries klärt, welche Förderkraft zu welchem Jugendlichen passt und welcher Lernort geeignet ist. „Manchmal ist es zu Hause einfach zu unruhig“, erklärt die frühpensionierte Lehrerin. „Dann überlegen wir, wo der oder die Jugendliche sich besser konzentrieren kann, zum Beispiel in einer Bibliothek.“

318606_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deNeben der Einzelförderung gibt es auch Gruppenunterricht, etwa in einer Marler Hauptschule. Dort können sich die Schülerinnen und Schüler auch gegenseitig unterstützen. Darüber hinaus gehört auch die Vermittlung anderer Fördermöglichkeiten mit zum Konzept, etwa in der eigenen Schule oder im Stadtteil. Neben den Jugendlichen selbst lernen im besten Fall auch die Familien, unter welchen Voraussetzungen das Lernen am besten funktioniert.

„Ich konnte ein viel besseres Abschlusszeugnis bekommen!“

„Es ist immer schön zu sehen, wenn die Jugendlichen ihre Ziele mit Unterstützung des Kinderschutzbundes erreichen“, sagt Beatrix Ries. Das zeigen auch Rückmeldungen der Jugendlichen selbst: „Mir hat die Förderung sehr geholfen. Ich konnte mich von einer 5 auf eine 3 in Mathematik hocharbeiten und somit ein viel besseres Abschlusszeugnis bekommen. Die Note in Mathematik ist bei Bewerbungen sehr wichtig.“ Ein anderes Fazit klingt so: „Mein Wille zum Lernen wurde durch die Förderung geweckt. Jetzt rücke jetzt meinem Ziel, der Fachoberschulreife, näher. Dafür bin dem Kinderschutzbund Marl unendlich dankbar!“

Das Projekt finanziert sich durch Spenden

Im ersten Halbjahr 2019 wurden insgesamt 14 Schülerinnen und Schüler unterstützt. Das Projekt ist auf Spenden angewiesen, mit denen vor allem die Honorare der derzeit zehn Förderkräfte bezahlt werden.

Weitere Informationen bekommen Sie auf der Website des DKSB Ortsverbandes Marl:
www.kinderschutzbund-marl.de

Bilder auf dieser Seite (von oben nach unten): DKSB Marl, pixabay, Stephanie Hofschläger/pixelio