Das Kinderrecht des Monats Januar: Recht auf Gleichheit

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(c) DKSB/Susanne Tessa Müller

Alle Kinder und Jugendlichen haben die gleichen Rechte – unabhängig etwa vom Geschlecht, der Hautfarbe, der politischen Anschauung oder der Herkunft.

Niemand darf benachteiligt werden, auch nicht aufgrund seines Elternhauses. So sieht es die UN-Kinderrechtskonvention im Artikel 2 vor.

 

Das Recht auf Gleichheit wird nur unzureichend umgesetzt
Wenn es um die soziale Herkunft geht, wird gegen dieses Kinderrecht aber immer wieder verstoßen, auch in Nordrhein-Westfalen: Kinderarmut ist nach wie vor ein gravierendes Problem. Jedes fünfte Kind wächst in Nordrhein-Westfalen in einer Familie auf, die von Armut betroffen ist. Das geht aus der jüngsten Analyse des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hervor. Demnach lebten im Jahr 2016 insgesamt 22,3 Prozent der Minderjährigen in Familien, die mit weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens auskommen müssen. Dieser Wert ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen.

Der Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) geht davon aus, dass dazu noch die versteckte Kinderarmut kommt, die durch die Statistik nicht abgebildet wird. Denn viele Familien beantragen Leistungen erst gar nicht, die ihnen aufgrund ihres geringen oder fehlenden Einkommens eigentlich zustehen. Von Armut besonders betroffen sind die Kinder von Alleinerziehenden, von gering qualifizierten Eltern oder Mädchen und Jungen, die mindestens zwei Geschwister haben.

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Renate Blum-Maurice

Was bedeutet Armut für Kinder und Jugendliche?
„Armut heißt für Kinder nicht nur, zu wenig Versorgung und Geld zu haben“, betont Renate Blum-Maurice, Mitglied des Landesvorstandes des DKSB. Kinder aus sozial benachteiligten Familien müssten auf vieles verzichten, was für Gleichaltrige ganz normal sei. „Arm zu sein bedeutet für Jungen und Mädchen unter anderem auch: Sie nehmen kaum oder gar nicht am kulturellen Leben teil und haben schlechtere Chancen auf einen guten Schulabschluss“, so Blum-Maurice weiter. Das sei oft verbunden mit schädigenden Folgen für ihr Selbstbewusstsein. Armut in der Kindheit wirke sich auf das gesamte Leben negativ aus.

Es muss sich grundsätzlich etwas ändern
Der Deutsche Kinderschutzbund setzt sich seit Jahren für eine grundlegende Reform der Familienförderung ein. Genauso wie der DKSB bundesweit fordert der Landesverband NRW eine gerechtere Verteilung der finanziellen Leistungen für Familien in Form einer Kindergrundsicherung.
Nähere Informationen dazu unter: www.kinderarmut-hat-folgen.de

Wie engagiert sich der Kinderschutzbund vor Ort?
Um die Folgen der Kinderarmut abzumildern, machen viele Orts- und Kreisverbände des Deutschen Kinderschutzbundes in Nordrhein-Westfalen Angebote. Zum Beispiel der Ortsverband in Hennef mit seinem Patenprojekt „Große helfen Kleinen“.

Der Ortsverband Hattingen/Sprockhövel organisiert Kindergeburtstage im öffentlichen Raum. Hier können Sie sich über das Projekt informieren.