Kinderrecht des Monats Juli: das Recht auf Spiel und Freizeit

Kinder lernen die Welt auf spielerische Weise kennen. Sie brauchen Zeit und eine geeignete Umgebung zum Spielen und Erholen. Daher spricht die UN-Kinderrechtskonvention Jungen und Mädchen ausdrücklich das Recht auf Ruhe und Freizeit zu, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung.

Kinderrecht_SpielAllerdings wird dieses Kinderrecht in Deutschland immer noch nicht ausreichend umgesetzt, auch nicht in Nordrhein-Westfalen. „Gerade in den Städten gibt es nur wenige kinderfreundliche Orte, an denen sie sicher spielen können“, kritisiert Krista Körbes, Landesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes in Nordrhein-Westfalen. Bei der Stadtplanung müssten die Interessen von Kindern stärker berücksichtigt werden, so Körbes weiter. Dabei sei es wichtig, dass Kinder mitentscheiden könnten. „Sie haben eine eigene Sicht auf die Dinge, die häufig für alle bereichernd ist“, sagt Krista Körbes.

Vielen Orts- und Kreisverbände des Kinderschutzbundes in NRW ist es wichtig, das Kinderrecht auf Freizeit und Spiel umzusetzen. Sie bieten Mädchen und Jungen auf verschiedene Arten die Möglichkeit, mit anderen gemeinsam zu spielen.

Beispiele aus den Orts- und Kreisverbänden:
Der Ortsverband Wuppertal kommt mit Eltern ins Gespräch

„Rettet den Goldschatz“: So lautet die Aufgabe des Bewegungsparcours, den der Kinderschutzbund in Wuppertal am 6. Juli aufbauen wird. Der Ortsverband beteiligt sich damit am Zoofest in Wuppertal – und macht gleichzeitig auf das Kinderrecht auf Freizeit und Spiel aufmerksam. „Jedes Kind bekommt beim Bewegungsparcours ein Kinderrechte-Poster als Gewinn“, erklärt Kerstin Holzmann, Mitarbeiterin des Ortsverbandes. „Dabei können wir gleichzeitig mit den Eltern ins Gespräch kommen“. Für viele sei es wichtig zu erfahren, dass Kinder unverplante Zeit ohne Termine brauchen. „Viele Kinder finden es auch toll, wenn sie sich beim Spielen draußen frei bewegen können“, sagt Kerstin Holzmann weiter. Viele Mütter und Väter machen sich unnötige Sorgen, dass ihren Kindern dabei etwas passieren könne. „Wenn abgesprochen ist, bis wohin ein Kind gehen darf und wann es wieder zu Hause sein muss, genießen Kinder diesen Freiraum sehr“, so Kerstin Holzmann.

Spielmobil_LeverkusenSpielmobil soll Leverkusener Kinder in Bewegung bringen
Der DKSB Ortsverband Leverkusen verleiht seit drei Jahren ein Spielmobil – etwa an Kitas, Schulen oder Vereine. In dem Anhänger werden Spielgeräte und Bewegungsspielzeuge quer durch die Stadt transportiert. Dazu gehören Bälle, Reifen, Kisten und ein Hindernisparcours mit Planken aus Holz. „Die können die Kinder so zusammenbauen, wie sie es am besten finden“, betont Helmut Ring, Vorsitzender des Ortsverbandes. „Das ganze Spielmobil kommt bei den Kindern sehr gut an“, sagt Ring. Für den Kinderschutzbund sei es wichtig, Jungen und Mädchen in Bewegung zu bringen. „In vielen Familien spielen Kinder kaum noch draußen und auch in der Schule sitzen sie zu lange still“, betont der Vorsitzende Helmut Ring. „Dem wollen wir entgegenwirken und auch Anreize schaffen, wieder öfter nach draußen zu gehen.“

kinderschutzbund-brühl-450x282Spielcontainer Kuntibunt tourt seit 1976 durch Brühl
Bereits vor über 40 Jahren hatte das Team des Kinderschutzbundes in Brühl die Idee, einen Spielcontainer zu gestalten – mit Fahrzeugen, Jonglage, Hockey, Kinderküche, Sandspielzeug, Geschicklichkeitsspielen und vielem mehr. Von Mai bis Oktober kommt das Kuntibunt-Spielmobil in die Brühler Stadtteile – betreut von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kinderschutzbundes. Mädchen und Jungen aller Altersstufen und verschiedener Herkunft genießen das kostenlose Kuntibunt-Angebot zum freien und kreativen Spielen. „Man merkt, dass die Kinder den Raum gerne nutzen, um sich zu bewegen“, erklärt Bärbel Habets, Vorstandsmitglied des Kinderschutzbundes in Brühl und „Spielmobil-Beauftragte“. „Im Alltagsleben einer Stadt haben sie dazu oft keine Möglichkeit.“ Das „bewegte“ Spiel miteinander fördere die Persönlichkeitsentwicklung und lasse die Neuen Medien auch mal vergessen, so Habets weiter.