TuSCH – eine Gruppe für Kinder aus Trennungs- und Scheidungsfamilien beim DKSB Ortsverband Düsseldorf

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(c) DKSB/Susanne Tessa Müller

Wenn ihre Eltern sich trennen, bricht für viele Kinder eine Welt zusammen. Sie sind traurig, ängstlich oder wütend und fühlen sich mit der neuen Situation überfordert. Oft denken sie, dass sie schuld an der Trennung seien. Kinder brauchen in dieser schwierigen Zeit viel Zuwendung und Menschen zum Reden. Da viele Mütter und Väter aber häufig mit ihren eigenen Konflikten beschäftigt sind, können viele ihren Kindern nicht die Aufmerksamkeit geben, die sie benötigen.

Haben sich Mama und Papa getrennt, weil ich nicht lieb war?“

Um Jungen und Mädchen zu unterstützen, bietet der Ortsverband Düsseldorf eine spezielle Kindergruppe an. Sie heißt TuSCH, abgeleitet von den Wörtern „Trennung“ und „Scheidung“. Mädchen und Jungen zwischen sieben und zehn Jahren können in der TuSCH-Gruppe über ihre Gefühle sprechen – ohne befürchten zu müssen, ihre Mama oder ihren Papa noch zusätzlich zu belasten. „Wir nehmen die Kinder mit ihren Sorgen und Nöten ernst und sagen ihnen immer wieder, dass sie für die Trennung keine Verantwortung tragen“, erzählt die systemische Familientherapeutin Jessica Szopinski. „Das entlastet viele Kinder.“

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(c) DKSB/Susanne Tessa Müller

Botschaften für die Eltern

Ganz wichtig ist für die Kinder die Erlaubnis, beide Elternteile lieb haben zu dürfen. „Kinder wollen nicht in die Konflikte der Erwachsenen hineingezogen werden“, sagt Jessica Szopinski, die gemeinsam mit einer Kollegin die Kindergruppe leitet. Das ist eine der Botschaften, die viele Jungen und Mädchen ihren Eltern mitteilen möchten. Dabei sind die beiden Leiterinnen der TuSCH-Gruppe die Übermittlerinnen. „Die Kinder geben uns Aufträge, was ihre Eltern wissen sollen“, so Jessica Szopinski. „Beim Elternabend oder beim Abschlussgespräch sind Mütter und Väter dann oft sehr berührt, wenn sie hören, was ihre Kinder bedrückt.“

Es kommt etwas in Bewegung

Viele Mütter und Väter erzählen, dass ihre Kinder nach den 13 Treffen in der TuSCH-Gruppe häufiger über ihre Gefühle reden und mehr Fragen über die Trennung stellen. „Da kommt oft etwas in Bewegung, was vorher starr war – und das ist nach meiner Erfahrung oft sehr positiv“, erzählt Jessica Szopinski.

Nähere Informationen bekommen Sie auf der Website des Ortsverbandes Düsseldorf.