Prävention sexualisierter Gewalt: Was die Landesförderung in Aachen und im Landesverband bewirkte

Um Kinder und Jugendliche wirkungsvoller vor sexualisierter Gewalt zu schützen, förderte das Land NRW in diesem Jahr zahlreiche Präventionsangebote vor Ort. Dazu gehörten auch Initiativen, Projekte und Maßnahmen mehrerer Orts- und Kreisverbände des Kinderschutzbundes.

Beispiel 1: Kinderschutzbund in Aachen

Von den Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Prävention und Nachsorge von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche profitierte etwa der Ortsverband Aachen. Das Team der Erziehungsberatungsstelle finanzierte durch das Geld eine zweitägige Fortbildung im September 2022.

Im Fokus der Qualifizierung stand die diagnostische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, bei denen es Hinweise auf sexualisierte Gewalt gibt, und das entsprechende Berichtswesen. „Wir haben vertieft gelernt, wie man Stellungnahmen an das Jugendamt schreibt“, erzählt Bernd Reiners, Leiter der Erziehungsberatungsstelle des Kinderschutzbundes in Aachen. Der Verein hat in diesem Jahr sein Beratungsangebot zum Thema sexualisierte Gewalt deutlich verstärkt. „Die Fortbildung war für uns alle wirklich großartig! Ohne die Finanzierung des Landes hätten wir uns diese zwei Tage allerdings nicht leisten können“, so Bernd Reiners weiter.

Geleitet wurde das Seminar von der Schweizer Psychologin Monika Egli-Alge. „Gewinnbringend war natürlich ihr Fachwissen, aber auch ihre Haltung, ihr Blick von außen“, erklärt Bernd Reiners. „Dadurch wurde das Seminar sehr fruchtbar.“ Neben der reinen Informationsvermittlung ging es auch immer wieder darum, schwierige Kinderschutz-Fälle im Team zu besprechen und so die Zusammenarbeit untereinander zu stärken. Bei der Fortbildung dabei waren neben den insgesamt sechs Mitarbeitenden der Erziehungsberatungsstelle am ersten Tag auch drei Fachkräfte einer anderen Aachener Beratungsstelle, die ebenfalls im Bereich der sexualisierten Gewalt tätig ist.

Beispiel 2: Landesverband NRW des Kinderschutzbundes

Auch die Fachberaterin für den Bereich Medienkompetenz des Landesverbandes profitierte von den Fördermaßnahmen des Landes NRW zur Unterstützung von Prävention und Nachsorge von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche.

Die Fördermittel ermöglichten es ihr, verschiedene Fortbildungen zu besuchen, die nicht nur die immense Bandbreite des Themas widerspiegelten, sondern ebenso die Herausforderung, die sich damit ergibt. Zu den Seminaren gehörte etwa „Sexting: Prävention zwischen Identitätsentwicklung, Grenzverletzungen und Peer-Gewalt“ oder „Cybermobbing begegnen: Prävention von Online-Konflikten“. Kinderschutz im digitalen Kontext ist verbunden mit einer rasanten Entwicklung, die wiederum für die Soziale Arbeit eine besondere Dynamik bedeutet.

Pädagogische Fachkräfte müssen daher Medienkompetenz und Kinderschutz zusammenbringen und interdisziplinär denken. So vielfältig digitale Lebensräume von Kindern und Jugendlichen auch sind, so vielfältig sind auch die technischen Features, die Täter*innen-Strategien und Abwehrmechanismen. Die Fortbildungen – so auch das Seminar „Handeln bei Anzeichen von sexualisierter Gewalt – Schutzauftrag und Verfahrensabläufe in der Kinder- und Jugendhilfe“ – vertieften das fachliche Wissen der Mitarbeiterin zur Prävention sexualisierter Gewalt und zur Intervention. Darüber hinaus ging es um rechtliche Aspekte, etwa im Seminar „Update Jugendschutzrecht 2022“. Um zielsicher und kompetent agieren zu können, bedarf es einer kontinuierlichen Motivation, sich stets weiterzubilden und auch in die digitalen Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen einzutauchen. Fortbildungen dieser Art geben die fachlich fundierte Möglichkeit, Einblicke in verschiedene Medien und die damit verbundenen Risiken zu bekommen. Kinderschutz im digitalen Kontext ist somit ein stets fortwährender Lernprozess.