Antworten auf Frage 7

7. Welche Angebote planen Sie, um die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung zu fördern, Barrieren abzubauen und Träger für die Umsetzung finanziell zu unterstützen?

 

Bündnis 90/Die Grünen NRW:

Gelingende Inklusion ist eine Frage der Ressourcen, gemeinsames Lernen in der Schule ist eine Bereicherung für alle. Wir werden deshalb alles tun, bei den besonderen Herausforderungen finanziell und personell zu unterstützen, etwa durch fest installierte multiprofessionelle Teams, Sonderpädagog*innen und Fortbildungen wie auch über Barrierefreiheit und inklusionsfördernde Raumausstattung in den Gebäuden sowie Inklusionskoordinator*innen auf Schulleitungsebene. Dazu gehören auch landesweite und vom Land finanzierte Baustandards.

Wir werden die Kommunen dabei unterstützen, die Kinder- und Jugendarbeit und die Offene Kinder- und Jugendarbeit allen Kindern und Jugendlichen diskriminierungsfrei zur Verfügung zu stellen. Den Kinder- und Jugendförderplan machen wir inklusiv. Wir wollen erforderliche Mittel bereitstellen, damit Angebote der Kinder- und Jugendarbeit barrierefrei gestaltet werden können.

 

CDU NRW:

Wir wollen die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung stärken. Deshalb unterstützen wir Jugendliche mit Behinderung bei der Berufsorientierung. Die mehr als 300 Inklusionsunternehmen leisten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe und Integration von Jugendlichen mit Behinderung am Arbeitsleben. Wir wollen diese Erfolgsgeschichte fortsetzen und ihre Förderung ausbauen. Der Kinder- und Jugendförderplan des Landes trägt dazu bei, dass alle Kinder und Jugendlichen gleiche Chancen erhalten. Wir werden den KJFP weiter stärken und neue inhaltliche Schwerpunkte etablieren. Wir werden einen neuen Förderbereich zur Stärkung von Inklusion und junger Menschen mit Behinderung schaffen. Wir wollen ein möglichst inklusives flächendeckendes Angebot an Ferienbetreuungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung sicherstellen. Wir unterstützen die Vereine dabei, das Potenzial von Menschen mit Behinderung künftig noch stärker zu nutzen. Dafür braucht es u. a. barrierefreie Informationen über Vereine, deren Strukturen und Betätigungsfelder für Interessierte. Viele Sportvereine engagieren sich bspw. bereits in der Inklusion von Menschen mit Behinderung.

 

Die Linke NRW:

DIE LINKE befürwortet es, dass alle Kinder und Jugendlichen mit Behinderung, deren Bedürfnissen dies entspricht, die Möglichkeit zur Teilnahme an den regulären Institutionen des Bildungssystems erhalten. Die Landesregierung hat es aber unterlassen, diese Institutionen ausreichend auszustatten. Unser Investitionsprogramm im Bereich Bildung und Soziales soll dem entgegenwirken. Auch die Entschuldung der Kommunen versetzt diese besser in die Lage, Anforderungen für die Inklusion umzusetzen. (Der Verzicht auf Rüstungsmilliarden würde Deutschland problemlos in die Lage dazu versetzen.)

 

FDP NRW:

Jede und jeder Einzelne ist wichtiger Bestandteil unserer Gemeinschaft und soll eine echte Chance auf Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens haben. Wir wollen deswegen Barrieren für Teilhabe abbauen. Wir setzen uns auf Bundesebene dafür ein, Hürden, die einer Etablierung und Nutzung des Persönlichen Budgets entgegenstehen oder z. B. das Wunsch- und Wahlrecht einschränken, abzubauen. Aufbauend auf der vorgesehenen Evaluierung wollen wir weitere Schritte bei der Freistellung von Einkommen und Vermögen gehen. Wir wollen gemeinsam mit Bund, Kommunen und Verbänden notwendige Anpassungen zur Umsetzung der inklusiven Kinder- und Jugendhilfe im SGB VIII erarbeiten. Wir wollen, dass die Maßnahmen der inklusiven Jugendhilfe für alle Beteiligten – Leistungsträger, -erbringer und -empfänger – mit Qualität, Praxiserfahrung und Kompetenz umgesetzt werden. Dafür wollen wir Modellprogramme auf den Weg bringen und Verfahrenslotsen schneller und unbefristet einsetzen.

 

SPD NRW: 

Einrichtungen der frühkindlichen Bildung sind die ersten Bildungseinrichtungen, die Ungleichheiten ausgleichen können. Durch Dokumentationen der Entwicklung lassen sich drohende Behinderungen erkennen. Wir wollen die Kitas stärken, vor allem durch mehr Fachkräfte. Wir wollen Funktionsstellen schaffen, dazu gehören für uns auch Inklusion und Spezialisierung auf besondere Bedarfe. An Schule werden wir pädagogische Zentren einrichten. Die Personalausstattung muss besser werden, Multiprofessionalität und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe muss an allen Kitas und Schulen der Normalfall sein und Barrieren müssen abgebaut werden. Entscheidend für ein gutes Bildungsangebot ist eine gute Personalversorgung und der Einsatz von Fachkräften dort, wo sie benötigt werden. Hierfür werden wir die Ausbildungs- und Studienkapazitäten für pädagogische Berufe (z.B. Sonderpädagogik) ausbauen, damit dieses Personal schnellstmöglich zur Verfügung steht und die Träger auskömmlich finanziert werden.