Presse-Mitteilung

 

31. Januar 2007

 

Neues Konzept in NRW: DKSB hofft auf weniger Vernachlässigungs-Fälle

Kinderschutzbund begrüßt die Initiative der Landesregierung

 

Der Kinderschutzbund hofft künftig in Nordrhein-Westfalen auf weniger Fälle von Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung. Grund sei eine Offensive zum Schutz der Kinder, die NRW-Jugendminister Armin Laschet gestern [Anmerkung an die Redaktion: Dienstag, 30. Januar] in Düsseldorf vorgestellt hat. „Die verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt können helfen, Kinder vor Vernachlässigung zu schützen“, sagt Friedhelm Güthoff, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes NRW.

 

Zwar sei eine Pflichtregelung immer ein zweischneidiges Schwert. „Am Ende aber wiegt das Recht des Kindes schwerer. Und jedes Kind hat das Recht auf eine gute Vorsorge“, betont Dieter Greese, Vorsitzender des Deutsche Kinderschutzbundes in Nordrhein-Westfalen. Die Regelung dürfe allerdings nicht alleine den Kinderärzten aufgebürdet werden. „Wir sehen hier insbesondere die Krankenkassen in der Pflicht. Wenn diese feststellen, dass die Eltern mit ihren Kindern nicht bei der Vorsorgeuntersuchung erschienen sind, müssen sie handeln“, so Greese.

 

Der Vorsitzende des Kinderschutzbundes forderte die Landesregierung auf, die Pflichtvorsorge weiter auszudehnen. „Bisher haben wir eine Vorsorgelücke zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr. Die muss geschlossen werden“, so Greese. Zudem sei es entscheidend, sich bei dem Konzept auf alle Eltern zu konzentrieren. „Wir brauchen eine frühe Begleitung der Eltern – egal wo sie leben, wie viel sie verdienen oder woher sie kommen“, betonen die Kinderschützer.

 

Das beste Konzept sei allerdings nur dann gut, wenn dafür genügend Mittel zur Verfügung stünden. „Es klingt natürlich toll, dass Erzieherinnen regelmäßig geschult werden“, so Friedhelm Güthoff, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes NRW. Allerdings müssten dann auch genügend Vertretungspersonal und genug Geld für Fortbildungen vorhanden sein. „Wenn die Landesregierung dabei spart, könnte sich das neue Kinderschutzkonzept schnell als zahnloser Tiger herausstellen“, betont Güthoff.

 

Für Rückfragen: Friedhelm Güthoff (Geschäftsführer des DKSB LV NRW e.V.), (0177) 27 33 500.