Deutscher Kinderschutzbund

Landesverband NRW e.V.

Hofkamp 102, 42103 Wuppertal

www.dksb-nrw.de

 

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Presse-Mitteilung

 

Wuppertal / Köln, 31.Mai 2010

 

Kinderschutzbund NRW schafft neue Beschwerdeinstanz für Kinder und Jugendliche in Heimen: „geRECHT in NRW“

 

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat in seiner heutigen Jugendhilfeausschuss-Sitzung grünes Licht  für das Modellprojekt des Deutschen Kinderschutzbund Landesverbandes NRW (DKSB-NRW) gegeben.

 

Die Beschwerdestelle geRECHT in NRW will künftig die Rechte von jungen Menschen in Heimen und teilstationären Jugendhilfe-Einrichtungen stärken. Die von Heimträgern unabhängige Instanz beim DKSB-NRW soll Vorwürfen zu sexualisierter Gewalt, Machtmissbrauch und anderen Konflikten nachgehen. Zwei regionale Beratungsteams halten unmittelbaren und vertrauensvollen Kontakt zu Jungen und Mädchen in öffentlichen und privaten Heimen.

 

 „Der Beschluss, das Projekt geRECHT in NRW  zu fördern, ist eine wichtige Entscheidung für den Schutz junger Menschen in Heimen. Nun haben sie noch mehr Möglichkeiten, sich gegen subjektiv empfundenes Unrecht zu wehren“, sagt Dieter Greese, Vorsitzender des DKSB-NRW.

 

Die aktuelle Diskussion um Gewalt und sexuellen Missbrauch seit der Nachkriegszeit bis hinein in die 90er Jahre in Heimen und Internaten zeigt: „Geschlossene Systeme“ können Kinder und Jugendliche ohnmächtig und rechtlos machen. „Auch heute noch gibt es in Einrichtungen der Erziehungshilfe Rechtsverletzungen. Zwar gibt es interne Beschwerdemöglichkeiten, doch nutzen viele Kinder in Heimen diese nicht aus Angst vor Sanktionen“, so Friedhelm Güthoff, Geschäftsführer des DKSB-NRW. Daher könne eine externe Beschwerdestelle für sie wie ein „Rettungsring in der Not“ funktionieren. „Wir sind begeistert von der schon jetzt bestehenden großen Bereitschaft der Wohlfahrtsverbände und Heimträger zur Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund bei geRECHT in NRW .“

 

Das Konzept von geRECHT in NRW steht auf mehreren Säulen:

 

 

Auch pädagogische Fachkräfte, Eltern und Sorgeberechtigte können sich an die Beschwerdestelle wenden. Nur Vorkommnisse, in denen bereits ein Gerichts-, Ermittlungs- oder Petitionsverfahren anhängig ist, werden abgewiesen.

 

Die Fachleute des Kinderschutzbundes sind darauf vorbereitet, dass auch vermeintlich unspektakuläre Beschwerden seitens der Kinder (wie z.B. zur Essensqualität, kleine Streitigkeiten, Taschengeld etc.) eingehen können. In diesen Fällen wird auf Lösungs- und Vermittlungsmöglichkeiten vor Ort verwiesen. Wer aber Kinder und die Verwirklichung ihrer Rechte ernst nimmt, muss auch Bagatell-Anliegen „in Kauf“ nehmen, um schwerwiegende Verstöße gegen das Kindeswohl zu ermitteln oder zu verhindern. Der Kinderschutzbund ist überzeugt: Kinder sind Experten in eigener Sache und haben im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention immer das Recht auf Anhörung und Mitwirkung.

 

Darüber hinaus fordert der Kinderschutzbund die Bundesregierung dazu auf, bundesweite unabhängige Beschwerde- und Ombudsstellen für Kinder und Jugendliche in privaten und öffentlichen Einrichtungen zu schaffen. Dies hat die Bundes-Mitgliederversammlung am 28. Mai 2010 in einer Resolution einstimmig beschlossen (siehe hierzu: „Resolution zur aktuellen Diskussion und zum Runden Tisch ‚Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“).

 

 

Weitere Informationen bei:

 

Jürgen Kura, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Deutschen Kinderschutzbund  Landesverband NRW

Hofkamp 102, 42103 Wuppertal

Mobil:       01577 / 14 77 348 

E-Mail:      info@dksb-nrw.de 

Internet:   www.dksb-nrw.de

 

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Der Kinderschutzbund in NRW (DKSB-NRW) ist mit gegenwärtig 103 zusammengeschlossenen Orts- und Kreisverbänden der größte Landesverband in Deutschland. 13.000 Mitglieder unterstützen die Arbeit für den Kinderschutz in NRW (bundesweit 50.000).In NRW sind 540 bezahlte Fachkräfte und etwa 3000 Ehrenamtliche vor Ort tätig. Der DKSB-NRW hat sich zum Ziel gesetzt, die Umsetzung der UN-Kinderrechts-Konvention in allen Lebensbereichen von Kindern und Jugendlichen zu fördern und durchzusetzen. Er hält eine Vielzahl von konkreten Angeboten und Hilfen für Kinder und Familien vor, mischt sich in die politische Diskussion ein und gibt Impulse für die Fachöffentlichkeit. Der DKSB-NRW trägt das DZI Spenden-Siegel.