„Und wenn sie geschlagen werden …?“

(c) StockSnap auf Pixabay

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JEANS FRITZ unterstützt das Engagement des Kinderschutzbundes gegen Gewalt

Eine Frau ruft aufgeregt beim Kinderschutzbund an. Sie berichtet von lautstarken Auseinandersetzungen in der Wohnung nebenan. Dort lebt ein offenbar alkoholkranker Mann mit seinen beiden Kindern, zehn und 15 Jahre alt. Vor allem die ältere Tochter hat immer wieder heftigen Streit mit ihrem Vater. „Ich bin total unruhig“, erzählt die Nachbarin. „Ich weiß nicht, ob sie vielleicht geschlagen werden. Was soll ich denn machen?“ Sie spricht zweimal lange mit Dr. Margareta Müller. Die Sozialwissenschaftlerin betreut beim Landesverband Nordrhein-Westfalen des Kinderschutzbundes den Arbeitsbereich „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“. Bei ihr melden sich häufig Menschen, die sich Sorgen um das Wohl eines Kindes machen; in erster Linie sind es Fachkräfte. Margareta Müller hört zu, ordnet die Beobachtungen ein, informiert und hilft dabei, einen nächsten Schritt zu planen. „Die besorgte Nachbarin hat sich schließlich dazu entschlossen, ihre Beobachtungen offiziell beim örtlichen Jugendamt zu melden und um konkrete Unterstützung für die beiden Kinder zu bitten“, so Margareta Müller.

Wenn es einem Kind nicht gut geht, darf man sich einmischen
Margareta Müller findet es wichtig, dass Menschen genau hinschauen, wie es den Kindern in ihrer Umgebung geht. „Viele haben das Gefühl, dass sie das Leben in anderen Familien nichts angeht und sie sich auf keinen Fall einmischen dürfen – aber das ist falsch“, sagt die Wuppertalerin. „Kinder brauchen aufmerksame Erwachsene um sich herum, die Hilfe holen, wenn etwas nicht stimmt“, sagt Margareta Müller. Das können Verwandte oder Bekannte sein, die Nachbarin oder der Trainer im Sportverein. Erzieherinnen in der Kita, Lehrer und Lehrerinnen und andere Fachkräfte sind ohnehin gesetzlich dazu verpflichtet zu handeln, wenn sie eine Kindeswohlgefährdung befürchten. Um mögliche Anzeichen zu erkennen, brauchen sie Informationen und Schulungen – und das ist auch eine der Aufgaben des Kinderschutzbundes.

Für Kitas, Schulen und andere Einrichtungen sei es darüber hinaus wichtig, dass sie Schutzkonzepte entwickeln. Sie sollen dazu beitragen, Kinder und Jugendliche so gut wie möglich vor körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt zu schützen. „Außerdem machen wir Kinder und Jugendliche immer wieder darauf aufmerksam, dass sie ein Recht darauf haben, ohne Gewalt aufzuwachsen“, betont Margareta Müller. Der Kinderschutzbund veröffentlicht dazu etwa Postkarten, Plakate oder Broschüren, die Kinder und Erwachsene, darunter auch Fachkräfte, informieren.

Ein dickes Dankeschön an die Kundschaft und das Team von JEANS FRITZ
„Ein Teil des Erlöses aus der JEANS FRITZ-Spendenaktion fließt in unser vielfältiges Engagement gegen Gewalt“, erklärt Krista Körbes, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes in Nordrhein-Westfalen. „Dafür sind wir sehr dankbar, denn ohne diese Unterstützung könnten wir diese wichtige Arbeit nur in abgespeckter Form weiterführen.“