Gelingensfaktoren, Fallstricke und Bruchstellen der interdisziplinären Kooperation im intervenierenden Kinderschutz Nordrhein-Westfalens identifizieren und Erfahrungen sowie Erkenntnisse in die kommunale Praxis tragen

Die Kooperation und Vernetzung aller beteiligten Akteure ist entscheidend für einen wirksamen Kinderschutz und das frühzeitige Erkennen einer möglichen Kindeswohlgefährdung. Vor dem Hintergrund der tragischen Missbrauchsfälle von Staufen im Breisgau, Lügde und Bergisch Gladbach stellte das Kompetenzzentrum Kinderschutz NRW das Thema Kooperation im intervenierenden Kinderschutz in den Mittelpunkt des aktuellen Forschungsprojekts.

Im 2020 begonnenen Projekt „Gemeinsam Kinderschutz gestalten: Interdisziplinäre Kooperation in der kommunalen Praxis“ wurden Fallstricke, Bruchstellen und Gelingensfaktoren der interdisziplinären Kooperation im intervenierenden Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen identifiziert durch

  • eine Literaturrecherche,
  • eine Onlinebefragung aller NRW-Jugendämter,
  • Hintergrundgespräche mit Akteur*innen aus Jugendämtern, der Polizei und bestehenden interdisziplinären Kinderschutznetzwerken und
  • eine Expert*innenrunde.

Erste Erkenntnisse

Stark zusammengefasst lässt sich feststellen, dass sich in der Literatur eine Vielzahl von Empfehlungen und Handlungsleitfäden zum interdisziplinären Kinderschutz finden lassen. Darüber hinaus wurden in unserem Projekt 2020 einige Best Practice-Beispiele der interdisziplinären Kooperation im Kinderschutz in Kommunen in Nordrhein-Westfalen gefunden. In den nächsten drei Jahren wollen wir zur Bekanntmachung und Verbreitung dieser guten Ansätze der interdisziplinären Kooperation landesweit beitragen.

Pläne bis 2023

Dazu wollen wir innerhalb der nächsten drei Jahre eine Schulung von Akteur*innen aus unterschiedlichen am Kinderschutz beteiligten Berufsgruppen/Organisationen zur interdisziplinären Kooperation im intervenierenden Kinderschutz entwickeln, organisieren und durchführen. Ziel ist es, aus den bisherigen Arbeitsergebnissen Unterlagen zu erarbeiten und zusammenzustellen, die von den Teilnehmer*innen der Schulung genutzt werden können, um kommunale Netzwerke aufzubauen oder zu intensivieren und vor allem um für Gelingensfaktoren, Fallstricke und Bruchstellen in der interdisziplinären Kooperation zu sensibilisieren.