Gut vorbereitet statt verlegen: Sexuelle Bildung für Bonner Ehrenamtliche

Welche Haltung möchten wir Kindern und Jugendlichen zum Thema Sexualität vermitteln? Was denke und fühle ich selbst dazu? Und wie können wir junge Menschen bestmöglich schützen? Das waren zentrale Themen der Workshops zur Sexualpädagogik, die der Ortsverband Bonn für Ehrenamtliche anbot.

Bei den beiden jeweils eintägigen Schulungen einer externen Referentin waren insgesamt 27 Freiwillige dabei. Viele verschiedene Materialien (siehe Foto), zum Beispiel unterschiedliche Penismodelle und Vulven aus Stoff, erleichterten den Austausch untereinander. Möglich wurde dieses Angebot durch die Fördermaßnahmen zur Unterstützung von Prävention und Nachsorge von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche des Landes NRW.

Wichtiges sensibles Thema
„Ich hatte vorher echt Bammel, aber jetzt fühle ich mich sicherer“, so die Rückmeldung vieler Ehrenamtlicher des Kinderschutzbundes Bonn nach ihrem Workshop. „Wir wissen, dass Sexualität ein sehr persönliches und sensibles Thema ist“, erklärt Ellen Heimes, Geschäftsführerin des Ortsverbandes. „Gerade deshalb sollten sich aus meiner Sicht Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, damit beschäftigen.“ Denn es liege in der Verantwortung der Erwachsenen, eine Kultur zu schaffen, in der Grenzen respektiert und Übergriffe seltener unentdeckt bleiben.

Junge Menschen bestmöglich schützen
Unter den Teilnehmenden der Workshops waren vor allem Bezugspat*innen, die Bonner Familien unentgeltlich unterstützen, sowie Aktive im Projekt „Meine AusZeit“. Dabei schenken Freiwillige einem Grundschulkind wöchentlich eine Stunde Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit. Bei diesem ehrenamtlichen Engagement entsteht ein enger Kontakt zu den Kindern – und deshalb ist die Auseinandersetzung mit Sexualpädagogik wichtig.

Warum sexuelle Bildung wichtig ist
Sexuelle Bildung ist ein wirksamer Baustein der Prävention sexualisierter Gewalt. Kinder, die Körperteile und Gefühle benennen können, Unterschiede zwischen angenehmen und unangenehmen Berührungen kennen und wissen, dass ihr Körper ihnen gehört, können ihre Erfahrungen besser einordnen und sich bei Bedarf Hilfe holen. Zudem wenden sich Kinder und Jugendliche eher an Erwachsene, wenn sie offen über Sexualität sprechen können, ohne Scham oder Strafe zu erwarten. Ehrenamtliche, die ruhig, sachlich und wertschätzend reagieren, werden so zu vertrauenswürdigen Ansprechpersonen. Prävention beginnt außerdem bei den Erwachsenen selbst: Die Reflexion der eigenen Haltung hilft, Grenzverletzungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden, und ist Teil eines wirksamen Schutzkonzepts.

Schulungen nur durch die Fördermaßnahmen des Landes möglich
„Wir freuen uns sehr, dass wir nach Schulungen für das hauptamtliche Team und einige ehrenamtliche Mitarbeitende 2025 dieses Angebot in diesem Jahr fortsetzen konnten“, so Geschäftsführerin Ellen Heimes. „Ohne die finanzielle Unterstützung des Landes könnten wir diese wichtigen Fortbildungen nicht anbieten.“

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