Max (9) und Emilia (14) gucken sich staunend um. Sie besuchen beim großen Weltkindertags-Fest zum ersten Mal den NRW-Landtag – mit beeindruckenden Hallen und imposanten Treppen. „Das alles live zu sehen, ist richtig cool“, findet Emilia. Am Stand des Kinderschutzbundes NRW stellen die beiden an diesem Tag ihr Projekt „Stadtklima im Kleinen“ vor, bei dem sie mit fünf anderen Kindern und Jugendlichen mitgemacht haben. Organisiert wurde es im Jugendzentrum BuschBude Lucky Luke, das zum Kinderschutzbund Bonn gehört.
Richtig wichtig: Kinder und Jugendliche sollen mehr mitbestimmen
„Unsere Stimme zählt!“ Das ist der Titel der Kinderschutzbund-Ausstellung in der Nähe des Plenarsaals. Mit dabei: das Projekt des Kinderschutzbundes Bonn sowie weitere Aktivitäten von Orts- und Kreisverbänden in NRW. Zentrale Fragen: Welche Orte sind Kindern in ihrer Umgebung wichtig? Welche mögen sie nicht? Welche Themen liegen ihnen in ihrer Kommune am Herzen? Was alle Projekte verbindet: Im Mittelpunkt steht das Kinderrecht der Beteiligung. Das besagt: Kinder dürfen ihre Meinung äußern, wenn es um Dinge geht, die sie betreffen. Erwachsene müssen den Kindern zuhören, ihre Meinung ernst nehmen und die Kinder in die Entscheidungen einbeziehen.
Mehr Mitbestimmung tut allen gut
„Früher war es üblich, dass Kinder still zu sein hatten, wenn Erwachsene redeten“, erklärt Michael Kutz, Landesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes NRW. „Das ist aus unserer Sicht heute aber falsch“, betont er. In ganz Deutschland setzt sich der Kinderschutzbund für mehr Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen ein – und zwar in allen Bereichen des Lebens. „Es hat sich schon einiges verbessert, aber es gibt noch sehr viel Luft nach oben“, so Michael Kutz weiter.
Die positiven Auswirkungen von Beteiligung sind vielfältig: Junge Menschen fühlen sich ernst genommen und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Mitbestimmung stärkt ihr Selbstbewusstsein, außerdem werden gemeinsam getroffene Entscheidungen eher akzeptiert. Und Kinder und Jugendliche sind Fachleute für ihr eigenes Leben und wissen am besten, was sie brauchen. „Manchmal haben wir ja auch Ideen, auf die Erwachsene so nicht kommen“, ergänzt Max. Petra Müller vom Kinderschutzbund Bonn, die Max und Emilia in den Landtag begleitet, bringt es auf den Punkt: „Kindern gehört die Zukunft. Es ist sehr wichtig, auf sie zu hören.“


Das Treffen mit dem Landtagspräsidenten
Um kurz nach zwei haben Max und Emilia aus Bonn am Weltkindertag ihren großen Auftritt. Landtagspräsident André Kuper besucht den Stand des Kinderschutzbundes NRW und Emilia und Max stellen das Projekt „Stadtklima im Kleinen“ vor. Sie berichten von Vorgärten in ihrem Wohnort und erzählen, warum es auf Steinen viel heißer ist als auf Gras oder im Wald. In ihrem Projekt ging es auch um Wasser, das auf verschiedenen Untergründen unterschiedlich schnell versickert, um klimafreundliche Vorgärten und schlechte Beispiele. Der Landtagspräsident hört ihnen aufmerksam zu und schaut sich die Plakate aus Bonn an. Auf einem davon steht: „Wir fordern von den Politikern und den Erwachsenen, dass sie sich mehr um die Umwelt und das Klima kümmern, nicht streiten und sich auf eine Lösung einigen!!!“
Was die Besucherkinder denken: „Auch deine Stimme zählt!“
Mitmachen dürfen die Kinder, die mit ihren Eltern die Kinderschutzbund-Ausstellung besuchen, natürlich auch – unter dem Motto „Auch deine Stimme zählt!“ Sie malen Orte, die sie nicht so gerne mögen, und am liebsten solche, an denen sie gerne sind. Dazu gehört zum Beispiel der eigene Garten, der Strand oder ein Park.
Wir bedanken uns für die Unterstützung bei der LBS NordWest, bei der HEITKAMP Unternehmensgruppe, bei Evonik und bei JEANS FRITZ.
